Palmsonntagskonzert «Bleib bei uns»

Passionsmusik
J.S.Bach, C.Graupner J.G.Rheinberger
2. April 2023

Kirche Oerlikon

Oerlikonerstrasse 99 8057 Zürich

J.S.Bach 1683-1760
Bleib bei uns, denn es will Abend werden BWV6

C.Graupner 1683-1760
Also hat Gott die Welt geliebt

J.G.Rheinberger 1839-1901
Stabat Mater g op.138

Ola Gjeilo *1978
Ubi Caritas

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Palmsonntagskonzert «Bleib bei uns»

Das Programm des diesjährigen Palmsonntagskonzerts vereint drei Epochen und bekannte und unbekannte Werke des Barock, der Romantik und ein zeitgenössisches kurzes Chorwerk.

Christoph Graupner bekam bei seinem Onkel, dem Organisten Nicolaus Küster (1670–1700), seinen ersten Musikunterricht. In Leipzig besuchte er die Thomasschule und studierte Jura und danach Musik. 1705 ging er als Cembalist zum Hamburger Opernorchester. In dieser Zeit komponierte er mehrere Opern, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden.

Der Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt hörte seine Werke und bot ihm 1709 einen Posten an seinem Hof an. Bereits 1711 stieg er zum Hofkapellmeister auf.

Graupners umfangreiches, fast vollständig erhaltenes Werk befindet sich zum größten Teil in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt. Es ist in großen Teilen noch unveröffentlicht. Vielfach betrachteten die Landesherren die Werke ihrer Komponisten als ihr persönliches Eigentum, und im schnellen Wandel der Modeströmungen wurden die Kompositionen vernichtet. Graupners Familie wehrte sich gegen dieses Vorgehen und strengte einen Prozess an, der fast 80 Jahre nach Graupners Tod zu Gunsten der Familie entschieden wurde. Diesem Umstand und der Auslagerung der Bestände während des Zweiten Weltkrieges, ist die Erhaltung dieses umfangreichen Werkes zu verdanken.

Josef Gabriel Rheinberger zeigte schon früh ungewöhnliche Musikalität und versah bereits als Siebenjähriger den Organistendienst, in seinem Heimatort in Liechtenstein. 1849 kam er für ein Jahr zu dem Feldkircher Organisten, Philipp M. Schmutzer zur musikalischen Ausbildung. Anschließend ging er mit zwölf Jahren nach München und besuchte bis 1854 das von Franz Hauser geleitete Königliche Conservatorium für Musik.

1867 wurde Rheinberger zum Professor für Orgel und Komposition an der neu gegründeten Königlich Bayerischen Musikschule (ab 1892 Königliche Akademie der Tonkunst) ernannt. Dieses Amt übte er bis kurz vor seinem Lebensende aus.

Rheinberger gehörte zu den erfolgreichen Komponisten seiner Zeit. Verleger, Musiker und Chöre traten mit Kompositionsaufträgen an ihn heran. 1877 wurde er Nachfolger von Franz Wüllner als Hofkapellmeister des bayerischen Königs Ludwig II. Damit nahm er eine zentrale Position in der katholischen Kirchenmusik in Deutschland ein. Sein Stabat Mater in g-moll entstand als Dank für die Heilung seiner Hand, die er fast zwei Jahre im hohen Alter nicht nutzen konnte, wegen Muskel-Problemen. Als er geheilt war, löste er sein Versprechen ein, ein Stabat Mater zu komponieren.

Johann Sebastian Bach komponierte die Kantate für den 2. Osterfesttag in seinem zweiten Jahr in Leipzig. In diesem Jahr hatte er, beginnend mit dem 1. Sonntag nach Trinitatis 1724, einen Jahreszyklus von Choralkantaten begonnen, den er mit der Kantate für Palmsonntag abbrach. Ein unbekannter Dichter begann den Text in sechs Sätzen, mit Vers 29 des Evangeliums, benutzte als Satz 3 zwei Strophen eines Liedes mit gleichem Inhalt. Der Dichter folgte der Tradition, die einbrechende Nacht mit ihrer Dunkelheit und die Bitte, nicht allein zu bleiben, auf die allgemeine Situation der Glaubenden zu übertragen. Ohne näher auf das Evangelium einzugehen, wird Jesus als Licht in dieser Dunkelheit thematisiert. Bach führte die Osterkantate am 2. April 1725 zum ersten Mal auf. Am Vortag hatte er die frühe Choralkantate «Christ lag in Todesbanden» noch einmal musiziert, damit ist Bleib bei uns die erste neue Kantate im 2. Jahrgang, die keine Choralkantate ist. Eine weitere Aufführung war möglicherweise am 13. April 1727, zwei weitere Aufführungen sind durch Quellen belegt, aber nicht datierbar.

Ola Gjeilo wurde 1978 geboren in Skui, Norwegen und ist Pianist und Komponist. Gjeilo studierte in Oslo, London und New York. Nach der Ausbildung zum Komponisten, die er im Jahr 2006 abschloss, verfasste er in erster Linie Chorwerke, Stücke für Blasorchester sowie Klaviermusik. Gjeilo lebt heute in New York.

Er legte eine Auswahl eigener Klavierstücke als Interpret erstmals 2007 vor, als er das Album Stone Rose veröffentlichte; fünf Jahre später folgten die Piano Improvisations. Die ebenfalls 2012 veröffentlichte CD mit Gjeilos Werken des Kammerchors «Phoenix Chorale» Northern Lights, wurde mit Preisen ausgezeichnet. Gjeilo, der auch Kurse in Filmmusik besuchte, schreibt Musik, die von Klassik, Jazz, Volks- und Popmusik beeinflusst ist. Weitere Werke sind Sunrise Mass, eine Messe für achtstimmigen Chor und Streichorchester, und Song of the Universal für geteilten vierstimmigen Chor, Piano und Streichorchester. Typisch für Gjeilos Chorwerke sind dichte Klangteppiche aus mehrstimmigen Clustern und lange Akkorde mit langen Vorhalten oder Überhalten einzelner Stimmen. Bei begleiteten Werken finden sich teilweise schnelle repetierende Muster in den Instrumentalstimmen. Er verwendet häufig Texte aus der lateinischen Kirchenmusiktradition für seine Kompositionen.

Catriona Bühler, Sopran
Bettina Schneebeli, Mezzosopran
Christoph Walle, Tenor
Matthias Müller Arpagaus, Bariton
Messiaschor Zürich
New Sagittarius Consort Zürich (auf historischen und modernen Instrumenten)
Alexander Seidel, Dirigent

Kontakt

Martina Haag
Präsidentin des Messias-Chor Zürich
Tel.: +41 79 426 02 53
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